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Dienstag, 28. Februar 2017
Gemeinde Breese

Zur heutigen Gemeinde Breese gehören die Ortschaften Breese, Groß Breese und Kuhblank. Bis 2003 waren Breese und Groß Breese selbständige Gemeinden. Aufgrund der Gemeindegebietsreform wurde die Gemeinde Groß Breese dann in die Gemeinde Breese eingegliedert und ist heute ein Ortsteil von Breese.

Ersturkundliche Erwähnung: 1317 im novum castrum des Ritters Juan v. Retzdorf (Codex diplomaticus Brandenburgensis B I s. 413)
Bedeutung des Ortsnamens Breese: stammt aus dem Slawischen "Birke" oder "Ort, wo Birken stehen"
Bedeutung des Ortsnamens Kuhblank: Die erste Schreibweise des Dorfes war "Kublanke" - "Kopelang" - "Kuhblanck" und bedeutet "Stutenwiese".


Besonderheiten/Sehenswürdigkeiten/Ausflugsziele

"Singer-Häuser"

Am Ortseingang, aus Richtung Wittenberge kommend, fallen auf der linken Straßenseite Häuser in einem besonderen Baustil ins Auge: 1903 errichtete die amerikanische Firma Singer & Co. die Nähmaschinenfabrik in Wittenberge, später bekannt als Nähmaschinenwerk "Veritas". Für leitende Angestellte ließ die Firma im Jahr 1925 12 Einfamilienhäuser in Breese bauen. Der Architekt der Häuser, Herr Felix Ascher, ordnete diese Häuser in sechs winkelförmigen Baugruppen von jeweils zwei Häusern an. Die einzelnen Häuser sind betont asymmetrisch gestaltet und erfahren Ergänzung durch ihr spiegelbildliches Pendant. Damit fügt sich die kleine Wohnsiedlung zu einem harmonischen Ganzen. 


Badesee

Das Tourismuszentrum Breese mit seinem Mittelpunkt, dem Badesee, liegt eingebettet im Landschaftsschutzgebiet "Brandenburgische Elbtalaue". Hier ergab sich die Möglichkeit, sowohl sensible Naturbereiche zu schützen und zu pflegen als auch touristisch zu erschließen bzw. die Naherholungsnutzung in vernünftige Bahnen zu lenken. Dieser See, in den 80er Jahren als Sandentnahmestelle für Straßenbaumaßnahmen als Baggersee entstanden, wurde in südlicher Richtung erweitert, vertieft und unter größtmöglicher Schonung der geschützten Landschaftsteile als Badesee angelegt. Es ist eine Erholungslandschaft entstanden, die aus Richtung Perleberg, Wittenberge, Bad Wilsnack und Lenzen sehr gut zu erreichen ist, Parkplätze stehen zur Verfügung. Der Badesee, eingebettet in die Stepenitzniederung, ist eingebunden in das Radwegenetz der Prignitz. Neben vielfältiger Möglichkeiten der kulturellen und sportlichen Betätigung kann man auch die typische Fauna und Flora der Elbtalaue genießen. Beach-Volleyball (3 Felder), 3 Großfeldsportplätze, Umkleidekabinen und Toiletten stehen zur Nutzung bereit.


Waldschule und KITA

Breese hat eine Grundschule, die "Waldschule". Der Name sagt bereits, dass sich das modernisierte Gebäude vom Wald umgeben weit weg von stark befahrenen Straßen befindet. Die Schule ist durch eine direkte Busverbindung an die umliegenden Ortschaften angebunden. Im Gebäude befinden sich außerdem die KITA der Gemeinde, das Büro des Bürgermeisters mit dem Gemeindebüro sowie ein Klubraum der Volkssolidarität des Ortes. Die Turnhalle (Neubau 2001) sowie der Sportplatz befinden sich in unmittelbarer Nähe. In der Ganztagsschule gibt es einige Besonderheiten in der Unterrichtsarbeit: offener Unterrichtsbeginn ab 7.00 Uhr, flexible Schuleingangsphase in den Klassen 1/2, Freiarbeit mit Montessorimaterialien, kein Klingelzeichen, "Lernen im Grünen" - naturverbundener Unterricht. 
In der KITA Breese ist eine naturverbundene Einrichtung,die den Kindern eine Vielzahl von Möglichkeiten der Betätigung und der Entwicklung anbietet. Neben täglichen Ausflügen in die Natur gibt es viele jahreszeitlich bestimmte Feste sowie traditionelle Höhepunkte auch mit den Eltern und Großeltern. Regelmäßig werden Nachmittagsspielkreise zum Kennenlernen, Zwergensport und das Musizieren mit der Musikschule Fröhlich angeboten.


Breeser Landhandel

Der Breeser Landhandel ist eine Konzentration von verschiedenen Anbietern zur Versorgung der ansässigen Bevölkerung. Vertreten sind z. Z. die Sparkasse Prignitz, die Zahnarztpraxis Wulsten, die Physiotherapiepraxis Runge und Verne GbR, die Kosmetik- und Fußpflegepraxis Will sowie der Friseursalon Kantor.

 

 



Kirche Groß Breese

Die Kirche aus rotem Backstein mit eingezogenem Turm und kleiner Plygonalapsis im Stil der Neoramanik wurde erst später als die übrigen Gebäude des Dorfes im Jahre 1879 wieder errichtet. Sie fällt aus dem üblichen Gründungsschema heraus, weil sie in Nord-Süd-Richtung gebaut ist. Sie liegt uneingezäunt auf der grünen Wiese. Eine Stiftungsurkunde und einige Bauakten liegen vor. Kreisbaumeister Toebe, Perleberg, gilt als Erbauer. Ältestes Ausstellungsstück im Innern ist ein Epitaph für Anna Maria v. Retzdorff von 1773 an der Nordostwand. Das Ölgemälde in der Apsis stammt von dem Historienmaler Otto Schneider (1879) und stellt die Geschichte der Verklärung Jesu aus dem Mattäusevangelium Kap. 17 dar. 1880 wurde die Kirche mit einer Kegelladenorgel von der Firma Chwatal und Sohn, Merseburg ausgestattet. Die Orgel hat 11 Register auf zwei Manualen und Pedal. Auch der Kerzenkronleuchter geht auf die Erbauungszeit zurück. In den Jahren 1967 - 1969 geschah eine umfassende Restaurierung des Innern. Kanzel, Altar und Gestühl kamen dabei neu in die Kirche. In jener Zeit wurde auch die Winterkirche unter der Empore eingerichtet. Im Turmraum befindet sich seit 1969 eine würdige Gedenkplatte für die Opfer der NS-Zeit. In der Groß Breeser Kirche finden auch Gottesdienste in plattdeutscher Sprache statt.



Heimatstube Groß Breese

Zur Besichtigung lädt auch die Heimatstube Groß Breese ein, in der eine liebevoll gestaltete Ausstellung zur bäuerlichen Haus- und Hofwirtschaft die Betrachter erfreut. Hier liegt auch die Chronik des Dorfes aus. Gleich daneben liegt das Gemeindezentrum mit einem ansprechenden Saal.


Persönlichkeiten

Als einer der bedeutendsten Groß Breeser wurde am 21. 09. 1766 Christian Ludwig Ideler als Pfarrerssohn in Groß Breese geboren, der später als Professor der Astronomie, der Natur- und Sprachwissenschaft tätig war. Er starb am 10. 04. 1846 in Berlin.


Geschichte


Die von Retzdorf ließen sich nahe Wittenberge an der Stepenitz nieder, errichteten oder besaßen dann 1317 (belegt novum castrum des Ritters Juan v. Retzdorf) Burg Neuburg mit den Dörfern Groß und Klein Breese und Kuhblank (alles Runddörfer) und weitere jüngere Erwerbungen östlich sowie das Platzdorf Weisen westlich der Stepenitz.

Klein Breese war ursprünglich ein "Zubehör" von Gut Neuburg und wurde als Runddorf angelegt. Die Besiedelung in der Bronzezeit ist aufgrund gefundener Urnen nachweisbar. Vom Jahre 1441 - 1728 waren die Ritter von Retzdorf die Besitzer auf Klein Breese, danach bis 1825 die Herren von Möllendorf und bis nach 1828 ein Herr Strilack. 1820 brannte das Dorf Klein Breese mit Ausnahme des Rittergutes fast völlig ab. Die Bauern errichteten ihre Höfe mit einem angemessenen Abstand weiter östlich an der heutigen Stelle wieder auf. Die Schule in Klein Breese war früher eine sogenannte "Reihenschule", d.h. jeder Besitzer musste der Reihe nach dieselbe für eine bestimmte Zeit in seinem Hause aufnehmen. Später wurde ein Schul-Lokal gemietet. 1840 wurde von der Gemeinde ein Schulgehöft angekauft. Ein Schulneubau wurde 1913 fertiggestellt. Bis zum Jahre 1849 gehörte Klein Breese zur Patiomonialgerichtsbarkeit. 1949 bis 1878 zur Gemeinde Wittenberge, von 1879 bis 1952 zum Amtsgericht Wittenberge. 1877 wurden die Güter Klein Breese und Neuburg ganz aufgelöst.

In den Jahren 1770 bis 1852 wurde das ehemalige Mittelbreese die Großbreesensche Colonie genannt. In diesen Jahren erfolgte auf dem heutigen Gebiet von Sophiendorf die erste Ansiedlung von Colonisten durch Friedrich dem Großen. Die Gutsherrschaft, damals die Ritter von Retzdorf aus Hinzdorf, musste auf Anordnung das Land und das Baumaterial zur Verfügung stellen. Hiermit begann nach der Separation von 1772 die Aufteilung, Parzellierung und Verstückelung der vor der Separation zur Feldmark Großbreese gehörenden Ländereien. Die Ortsteile Sophiendorf, Leinort, Knieperloch und Mühlenwinkel wurden im Laufe der Zeit mit Colonistenstellen bebaut. Bis zum Jahre 1893 wurde Mittelbreese als Gutsbezirk des Rittergutes Großbreese bezeichnet. Durch Beschluss des Kreisausschusses des Kreises Westprignitz vom 14. 11. 1893 wurde Mittelbreese eine selbständige Gemeinde. Dabei wurde der Wohnplatz "Altes Dorf" von Großbreese zur Gemeinde Mittelbreese eingemeindet. Im Jahre 1910 gehörte Mittelbreese wie auch Klein Breese zum Amtsbezirk Weisen. 1929 wurde in Mittelbreese ein Schulgebäude errichtet, damit die Kinder nicht mehr nach Groß Breese mussten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung in Klein und Mittelbreese durch den um diese Zeit einsetzenden Eisenbahnbau und dem Personalbedarf für die in Wittenberge neu entstandenen Eisenbahnwerkstätten ständig an. Nachdem ab 1903 die SINGER AG ein Werk in Wittenberge aufbaute, entstanden die Wilsnacker Chaussee (1902 - 1903) und in Klein und Mittelbreese viele neue Häuser, so dass die beiden Orte immer mehr zusammen wuchsen. 1939 wurden daher beide Dörfer zu einer Gemeinde Breese vereinigt. Im gleichen Zuge wurden Straßennamen und Hausnummern eingeführt.

Groß Breese war ursprünglich ein Rundling am Rande der Karthaneniederung. In den Vormittagsstunden des 4. April 1840 brach auf dem Hofe des Bauern Peter Nickel ein Feuer aus, das innerhalb von 4 Stunden 25 Bauernhöfe in Schutt und Asche legte, nur die alte Kirche - bis auf den Turm - wurde gerettet. Sofort ging es an den Wiederaufbau. Durch Anordnung des Landrates von Saldern wurde 500 m nördlich eine breite Dorfstraße angelegt, da Groß Breese oft von Überschwemmungen der Elbe heimgesucht wurde. Der Platz für das Pfarrhofgelände, die Schule und das zweistöckige Schulzenhaus (was heute noch erkennbar ist) wurde festgelegt. Die 26 Hofstellen wurden durch eine Verlosung entschieden, die der Landrat vornahm. Schon nach einem knappen Jahr konnten die Häuser, erbaut im Ziegelfachwerk, in Besitz genommen werden und die Ernte konnte in die neuen Scheunen eingebracht werden.

Die neue Dorfanlage wurde durch eine sechsreihige Baumallee befestigt. Das Straßendorf mit den schmucken Fachwerkhäusern und der eindrucksvollen Baumallee zeigt sich dem Besucher von der besten Seite und ist weit und breit in dieser großzügig angelegten Form selten zu finden.

Im Jahr 2005 zählte die Gemeinde Breese mit dem Ortsteil Groß Breese zu den 11 Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft "Historische Dorfkerne im Land Brandenburg".  Weitere Informationen zur Arbeitsgemeinschaft finden Sie unter www.historische-dorfkerne-brandenburg.de. Seit Oktober 2007 gibt es für das Straßendorf Groß Breese und das Runddorf Kuhblank eine Denkmalsbereichssatzung. 


Kuhblank ist ein ausgeprägter Rundling, dessen eigenartige Bauform sich bis heute erhalten hat und somit sehenswert ist. Auffällig an dem Dorf ist ein geräumiger Häuserring, der nur eine einzige Ein- und Ausgangsstraße besitzt. Diese liegt unmittelbar an der Straße Wittenberge - Bad Wilsnack. Der vorbeifahrende Verkehr stört den Rundling nicht.