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Donnerstag, 27. April 2017
Gemeinde Legde/Quitzöbel

Die Gemeinde Legde/Quitzöbel entstand 2002 im Zuge einer Gemeindegebietsreform. Sie besteht aus den bewohnten Gemeindeteilen Legde, Quitzöbel, Roddan und Lennewitz.


Legde
(bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Legde/Quitzöbel)
Ersturkundliche Erwähnung: 1469 als "Leghede" in einer von Bischof Wedego zu Havelberg ausgestellten Urkunde
Bedeutung des Namens: niedrig gelegener Ort, Niederung

Legde liegt südlich von Bad Wilsnack am Rand der Karthane-Niederung. Schon der Ortsname bezeichnet das typische Flachland des Gebietes. Gegründet wurde das Dorf in der Zeit Albrechts des Bären als enges Straßendorf, er im 13. Jahrhundert die Gegend östlich der Elbe besiedelte. Von 1274 bis 1872 gehörte Legde zur Herrschaft Plattenburg - Wilsnack. Auch durch Auswirkungen des 30jährigen Krieges veränderte sich die Lage des Ortes nicht, obwohl er der Chronik nach fast ausgestorben war. Liebhaber des Pferdesports finden im ansässigen Reiterhof ideale Bedingungen vor.

Sehenswürdigkeiten: 

Kirche
Die Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und besteht aus putzfreiem Backstein. Sie
besitzt einen breiten Westturm, Schiff und Chor. 1892 wurde sie erneuert. In ihrem Inneren befindet sich ein barocker Kanzelaltar.

Quitzow-Denkmal

An der Dorfstraße von Legde steht das Quitzow-Denkmal, der "Roland", wie er von den Legdern genannt wird. Dieses Sandsteindenkmal erinnert an die Erschlagung eines Dietrich von Quitzow im Jahre 1593 an dieser Stelle. Nach mündlicher Überlieferung sollen beim Großvater des Erschlagenen mehrere Söldner im Dienst gestanden haben. Bei ihrer Entlassung war ihnen eine dauernde Rente zugesagt worden, die der Enkel nicht mehr zahlen wollte. Die Bande der Söldner oder Nachkommen der Söldner beschaffte sich die Rente daher gewaltsam selbst. Am 25. 10. 1593 traten sie dem von der Jagd heimkehrenden Dietrich in Legde entgegen, es entwickelte sich ein Streit, der mit dem Tod des Junkers endete.



Freischulzenhaus

Im Ortskern findet man das eindrucksvolle Gebäude des ehemaligen Freischulzenhauses. Der Sichtziegelbau wurde 1880 errichtet und hebt sich durch seine Größe und die reiche Fassadengliederung hervor. Es stellt ein bedeutendes Zeugnis der ländlichen Guts- und Herrenhausarchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts in der Prignitz dar. Heute beherbergt das Gebäude das Gemeindebüro und den Schulungsraum der Feuerwehr.



Quitzöbel
(bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Legde/Quitzöbel)
Ersturkundliche Erwähnung: 1310 in einer Urkunde des Markgrafen Waldemar "Quitzshovel"
Bedeutung des Ortsnamens: "Quitz"-"höfel" = Hof der Quitzows

Im Jahre 1375 war die Burg in Quitzöbel in Quitzowscher Hand. Um 1384 war Köne (Kuno) von Quitzow auf Quitzöbel als mächtigster und gefürchtetster Mann der Prignitz bekannt. Der Ort hatte auch eine wichtige Bedeutung im 30jährigen Krieg. Der Schwedenkönig Gustav Adolf belagerte Werben und schoss von der Schwedenschanze (500 m westlich von Neuwerben) auf die Stadt, in der sich die Kaiserlichen befanden. Im Jahre 1647 ging das Gut in Quitzöbel durch "Erbkauf" an die Herren von Bülow über, später übernahm die Familie von Gansauge und 1825 die Familie von Jagow die Besitztümer. 1822 wütete eine gewaltige Feuersbrunst im Ort. Sie brachte große Gebäudeschäden. Aufgrund großer Deichbrüche 1830 und 1855 kam es zur Versandung der Äcker, sie mussten mühsam wieder kultiviert werden. 

Sehenswürdigkeiten:

Kirche

Die Kirche wurde 1662 erbaut, erfuhr aber 1876 starke Veränderungen. Von der alten Kirche sind heute nur der östliche Giebel und der untere Teil der nördlichen Seite erhalten. Sie ist im gotischen Baustil aus Backstein erbaut.

In unmittelbarer Nähe dieses Ortes liegt eine reizvolle Waldlandschaft, die zum Erkunden einlädt. Besonders interessant sind auch die Wehranlagen am Gnevsdorfer Vorfluter, einem Wasserbauwerk zur Regulierung des Havelwasserstandes. Empfehlenswert von hier aus ist eine Radtour in die nahegelegene Stadt Havelberg. 
Im Internet finden Sie unter www.quitzoebel.de weitere interessante Informationen. 





Roddan (bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Legde/Quitzöbel)
Ersturkundliche Erwähnung: 1274 als Rodene
Bedeutung des Ortsnamens: "gelegen in einem größeren Waldgebiet" 

Das Rundlingsdorf liegt südöstlich von Bad Wilsnack. Sein Name stammt wohl von einem großen Waldgebiet, das 1240 erstmals unter "Rodana" erwähnt wurde. Roddan erregte kurzzeitig Aufsehen, als 1995 der 1. Teil des Romans "Der Laden" von Erwin Strittmatter hier verfilmt wurde.


Sehenswürdigkeiten:

Kirche

Die Kirche ist eine einfache Fachwerkkirche in Saalform mit niedrigem Turm, an dem sich eine Wetterfahne mit der Jahreszahl 1705 befindet. Ein Balken auf der Südseite trägt die Inschrift "Anno 1680". Die Kirche verfügt über einen derb barocken Altar. Die Glocke trägt die Inschrift des Jahres 1739. Mit finanzieller Unterstützung des Landes Brandenburg konnte mit dem Wiederaufbau der Kirche 1994 begonnen werden, da sich ihr baulicher Zustand in den vergangenen Jahrzehnten zusehends verschlechtert hatte.


Buschbackofen

Ein Mittelpunkt des dörflichen Gemeinschaftslebens bildet der Buschbackofen. Hier entstehen aus Anlass von Dorffesten des Ortes und der Umgebung sowie zur allgemeinen Geselligkeit süße Köstlichkeiten.


Lennewitz (bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Legde/Quitzöbel)
Ersturkundliche Erwähnung: 1310 als Leneuiz
Bedeutung des Ortsnamens: altpolabisch: "Len`ovici" = Leute eines Lens, len = faul, träge

Lennewitz ist eine alte Wendensiedlung, dies belegen zahlreiche Urnenfunde.

Sehenswürdigkeiten:

Kirche

In dem Rundangerdorf, gelegen zwischen Legde und Quitzöbel, bildet die hübsche Kirche mit Kirchhof den Mittelpunkt. Sie wurde 1909 erbaut und besitzt einen freistehenden, hausförmigen Turm. Der Fuß des Opferstockes von 1592 und die Glocke von 1690 sind noch erhalten. Umrundet man den Kirchhof, läßt sich die reizvolle Architektur der Kirche aus manch interessanter Perspektive erkunden und auch der Innenraum ist nach umfangreicher Rekonstruktion sehr sehenswert.