Sie befinden sich hier: Willkommen arrow Gemeinden arrow Rühstädt
Samstag, 01. Oktober 2016
Gemeinde Rühstädt

Die Gemeinde Rühstädt ist seit Jahrzehnten ein Gemeindeverband, bestehend aus den Orten Rühstädt, Bälow, Gnevsdorf und Abbendorf.

Für einen längeren Aufenthalt in der Gemeinde Rühstädt stehen neben den Hotels auch private Unterkünfte und Ferienwohnungen zur Verfügung. Für das leibliche Wohl sorgen die gastronomischen Einrichtungen von Abbendorf bis Bälow. In den Monaten Oktober bis März rasten an der Elbe Tausende von nordischen Gänsen und Schwänen, deren Beobachtung von den angelegten Naturerlebnispunkten ein einmaliges Erlebnis ist. 


Informationen:

NABU - Besucherzentrum, Neuhaus 9, 19322 Rühstädt, Tel. 038791 98022/98025 Storchenklub Rühstädt e. V., Am Schloss 5, 19322 Rühstädt, Tel. 038791 6703, www.storchenclub.de


Rühstädt
Ersturkundliche Erwähnung: 1386
Bedeutung des Namens: "Ruhestätte"

Geschichte:

Vom 11. bis 16. Jahrhundert war Rühstädt Stammsitz und Begräbnisort der Familie von Quitzow. Der Begräbnisort war in der Krypta der Kirche zu Rühstädt. Die adlige Familie von Grumbkow residierte vom 16. bis 17. Jahrhundert hier. Im 17. bis 19. Jahrhundert war der Ort Sitz der Familie von Jagow. In dieser Zeit wurde auch das heute als Hotel genutzte Schloss erbaut.

Rühstädt ist weit über die Grenzen Brandenburg bekannt, denn jährlich vollzieht sich hier ein kleines Wunder. Pünktlich im Frühjahr kommen ca. 70 Störche von ihrem Flug nach Afrika zurück und nehmen die zahlreichen Horste in Rühstädt ein. Rühstädt ist damit storchenreichstes Dorf Deutschlands und erhielt im Jahre 1996 den Titel "Europäisches Storchendorf". Von einem Fotopunkt in einem alten Speicher hat man einen wundervollen Blick auf Rühstädts Dächer und die zahlreichen imposanten Storchennester.


Sehenswürdigkeiten:

Kirche

Die im 13. Jahrhundert erbaute Dorfkirche ist mit ihrer romanischen Apsis der wahrscheinlich älteste Backsteinbau in der Prignitz. aus dem späten Mittelalter sind ein Schnitzaltar, die Glocke sowie die Wandmalerei in der Apsis (Darstellung des Weltgerichts) erhalten geblieben. Die Familie von Quitzow, die seit 1384 in Rühstädt ansässig war, hat sich in der Kirche mit aufwändigen Grabdenkmälern verewigt. Unter dem Patronat der Familie von Grumbkow wurde die Kirche von 1722 bis 1735 barock umgestaltet. Auch die Familie von Jagow hat das Inventar durch bedeutende Kunstwerke bereichert.
Die restaurierte Orgel des wohl bedeutendsten Orgelbauers der Barockzeit in Preußen, Joachim Wagner; wurde 1738 erbaut. Sie wurde zweimal verändert: 1844 hat F. Turley aus Brandenburg die Orgel "vergrößert und verbessert". 1888 folgte ein Umbau durch F. H. Lütkemüller aus Wittstock. Auf seine Tätigkeit geht die Windanlage, ein völlig neues Pedal, die Pedalkoppel sowie das Register Quintadena 8' zurück.





Schloss

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Barockschloss. Es wurde 1782 von der Familie von Jagow erbaut, die hier über Generationen bis 1945 als Gutsherren lebte. Später wurde das Schloss als Pflegheim genutzt. Kurz nach der Jahrtausendwende wurde das Schloss liebevoll rekonstruiert und bietet mit seinen großzügigen und komfortablen Räumlichkeiten sowie der stilgerechten Einrichtung als Schlosshotel allen Erholungssuchenden eine Vielzahl von Beauty- und Wellness-Angeboten. Hinter dem Schloss befindet sich ein Landschaftspark im englischen Stil, der mit seinem seltenen alten Baubestand und dem großen Teich zu jeder Jahreszeit zum Verweilen einlädt. Besondere Kostbarkeit ist der 45 m hohe Mammutbaum. Im Park befindet sich ein Obelisk der Familie von Grumbkow.


Besucherzentrum des Naturschutzbundes

Rühstädt ist Zentrum des Biosphärenreservats "Flusslandschaft Elbe Brandenburg" mit dem Weißstorchzentrum des Landes Brandenburg, das von NABU und Naturwacht Brandenburg betrieben wird. Es informiert in einer ständigen Ausstellung über den Weißstorch und seinen Lebensraum in der Elbtalaue. Daneben finden auch zahlreiche Veranstaltungen und wechselnde Ausstellungen statt.

Der Storchenclub Rühstädt e. V. hat das Storchenhaus eingerichtet, auch hier wird eine Vielzahl von anschaulichen Informationen über die Lebensweise der Weißstörche angeboten.


Bälow 
(bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Rühstädt)
Ersturkundliche Erwähnung: im 11. Jh.
Bedeutung des Ortsnamens: aus dem Slawischen stammend enthält er die Bedeutung "weiß", wohl im Bezug auf die Elbdünen

Geschichte:

Das heutige Dorf ist nicht mehr an der gleichen Stelle angesiedelt, wie der alte slawische Ort. Die Ursache hierfür liegt in den Laufveränderungen der Elbe. Bälow ist jetzt ein typisches Warftendorf in Elbnähe. Die angrenzende Elbe hatte schon immer Einfluss auf das dörfliche Leben; viele Einwohner arbeiteten auf Elbkähnen, mit denen der Güterverkehr abgewickelt wurde.

Sehenswürdigkeiten:

Kirche

Die Kirche wurde nach Verlegung des Dorfes an alter Stelle abgerissen und 1691 etwas weiter fort in Fachwerk neu erbaut. Teile der Ausstattung dieser Kirche wurden in den Neubau im Jugendstil von 1915 übernommen, darunter der Altaraufsatz und Kanzel in schweren barocken Formen und gewundener Pfosten (im Treppenhaus eingebaut).




Gnevsdorf
(bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Rühstädt)
Ersturkundliche Erwähnung: 1448 "Gnevestorpe"
Bedeutung des Ortsnamens: "Gnev" heißt übersetzt "falscher Boden" und bezieht sich auf den Lehm- und Tonboden, der in der Feldmark von Gnevsdorf vorrangig vorhanden ist.

Geschichte:

Auf dem Flurstück "Finkenort", der höchsten wasserfreien Erhebung, war in der Bronze- und Eisenzeit eine Germanensiedlung. Beim Pflügen gefundene Urnenfelder und Werkzeuge lassen darauf schließen. Später war dann die Gegend von Slawen besiedelt. Nach dem Bau des Elbdeiches gründeten die Bewohner das Dorf an seinem jetzigen Standort. Zweistöckige Bauernhäuser wurden auf Wörden, das sind Erdaufschüttungen, mit Rohr- und Strohdächern gebaut. Wahrscheinlich im 17. Jh. war infolge eines Deichdurchbruchs die Feldmark überflutet und es entstand "Mankert's Wehl". Am 13. 09. 1880 fielen 11 von 24 Gebäuden einer großen Brandkatastrophe zum Opfer.
Heute ist Gnevsdorf ein Straßendorf mit sehenswerten Hofanlagen von Elbebauern und einer prächtigen Birnenbaumallee. 

Sehenswürdigkeiten:

Zusammenfluss von Havel und Elbe

Gnevsdorf liegt unmittelbar am Zuammenfluss der Havel und der Elbe. Hier befindet sich auch der Havelvorfluter, ein Wasserbauwerk zur Regulierung des Havelwasserstandes, das von 1937 bis 1956 gebaut wurde.










Nottaufkapelle

Als Besonderheit fällt in dem birnbaumbesäumten Straßendorf eine kleine reizende Kapelle aus Fachwerk ins Auge. Sie wurde 1722 von der Frau des Feldmarschalls von Grumbkow, Sophia Charlotta de Chevallerie gestiftet, nachdem in diesem Jahr ein Gnevsdorfer Säugling nach einem winterlichen Taufgang nach Rühstädt an den Folgen einer Lungenentzündung verstarb. Die Bausubstanz zeigt heute noch, dass damals das Fachwerk mit Lehm ausgefacht war und das Gebäude ein Strohdach hatte. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts fanden vor allem Taufen und Hochzeiten in der Kapelle statt, dann hielten die Gnevsdorfer hier auch normale Gottesdienste ab. 1993 wurde die Kapelle vollständig rekonstruiert wieder übergeben.



Abbendorf (bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Rühstädt)
Ersturkundliche Erwähnung: 1413 

Geschichte:

Gegründet wurde Abbendorf als Runddorf durch einen Bischof von Havelberg im 10. Jahrhundert. Das Dorf gehörte zu einem Teil der Adelsfamilie von Möllendorf auf Abbendorf zum anderen Teil der Herrschaft Plattenburg. Vom 17. Jh. bis 1803 war das ganze Dorf im Besitz der adligen Familie von Saldern. Heute präsentiert sich der Ort als großzügig angelegtes Angerdorf mit großen, gut erhaltenen Hofanlagen und Steinobstwiesen im Ortsbereich.

Website des Dorfvereins Abbendorf: www.abbendorf.eu