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Sonntag, 05. September 2010
Gemeinde Weisen
Weisen

Ersturkundliche Erwähnung: 1424 in einer Urkunde über die Liquidation der aus den Landen der Herzogin Katharina von Mecklenburg in der Mark verübten Beschädigungen
Bedeutung des Ortsnamens: Altpolabisch "vis" = Riedgras, Schilf, = Ort, wo Schilf und Riedgras wachsen

Sehenswürdigkeiten:

Holländer-Windmühle

Ein besonderes Kleinod befindet sich hier in Weisen - eine Mühle. In keinem anderen Ort des Amtsbereiches ist ein solches Gebäude in seiner Funktion erhalten. Die Mühle fand ihre erste Erwähnung 1491 in der Belehnungsurkunde des Berend Moltzan. Die heutige Holländer-Windmühle wurde 1884 in Wittenberge abgebaut und in Weisen von 1885 bis 1888 aufgebaut. 1936 wurde sie zur heutigen Mühle umgebaut, bis 1985 wurde hier noch Schrot gemahlen. Der jetzige Besitzer ist Herr Stefan Effenberger, der die Mühle mit viel Engagement erhalten hat. Alljährlich finden Mühlentage statt, an denen man die Mühle und ihre Ausstattung besichtigen kann.

Sportplatz Weisen

Sportplatz

Für die sportliche Betätigung steht ein Sport- und Freizeitzentrum zur Verfügung mit mehreren Fußballfeldern, Tennisplätzen, Umkleidekabinen, Sanitärräumen und Sauna. 2005 konnte der Sportverein "Eiche 05" sein 100jähriges Bestehen feiern. Gegründet wurde er als Fahrradverein, 1920 wurde die Sektion Fußball gegründet. Der Sportplatz wurde nach dem Sommerhochwasser 2001 rekonstruiert. Geplant ist, die Anlage durch ein Biotop und Rastplätze auch für Besucher noch attraktiver zu gestalten. In unmittelbarer Nähe liegt eine gastronomische Einrichtung mit Saalkapazität und Kegelbahn.


Ehemalige Schmiede

Bei der Schmiede, einem heute leider dem Verfall preisgegebenen Gebäude in der Ortsmitte direkt an der B 189, ist das Entstehungsjahr leider nicht mehr nachvollziehbar. Die Leistungen des ansässigen Schmiedes bestanden vorwiegend in Hufbeschlag, Reparatur von Landmaschinen sowie dem Aufziehen von Eisenreifen auf hölzerne Wagenräder.

Geschichte

Während der Wendenkreuzzüge kam es zu einer zahlreichen Ansiedlung von Adelsfamilien in der Prignitz. So auch das Rittergeschlecht "Von Restorff" (später auch die Schreibweise "von Retzdorff"), gebürtig aus der Gegend von Lüchow-Dannenberg, war in mehreren Generationen ansässig in einem Herrschaftsbereich um Weisen, genauer gesagt in einer Burganlage namens "Neuburg". In einem historischen Dokument von 1441 ist die Belehnung des Herren Cone von Restorff mit Schloss Neuburg, Klein Breese, Groß Breese, Kuhblank, Weisen und verschiedenen anderen Besitzungen festgehalten. In der nachfolgenden Zeit herrschten wechselnde Besitzverhältnisse in den Ländereien vor, bis 1563 die Familie von Restorff durch Rückkauf wieder Besitzer des Rittergutes (d.h. von ganz Neuburg und Weisen) wurde. Zwischen 1569 und 1609 erfährt das Rittergut Weisen eine Teilung in Weisen I und Weisen II. 1619 geht halb Neuburg an die Quitzows auf Rühstädt. 1646 erwirbt die Familie von Lüderitz Teile der Ländereien. Im Jahr 1805 entlassen die Brücer von Retzdorff die Untertanen aus Kuhblank, Bentwisch, Groß Breese in die Selbständigkeit. Der Bau der Chaussee Weisen - Perleberg war ein bedeutendes Ereignis für den Ort, wurde doch die sandige Verbindung endlich durch eine "Kunststraße" ersetzt. Die feierliche Einweihung derselben erfolgte am 31. 07. 1843. Mit dem Ausbau Wittenberges als Industriestandort siedelten sich in Weisen zahlreiche Pendler an und der Ort wird zur Bauern- und Industriearbeitergemeinde. Heute ist Weisen Wohnstatt von Wittenberge.

 

Schilde (bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Weisen)
Ersturkundliche Erwähnung: 1339 Übereignung von Geldern aus Schilde einem in der Kirche zu Groß Lüben gestifteten Altar

 

Sehenswürdigkeiten:
Die alte Kirche ist ein sehenswerter Feldsteinbau und birgt eine barocke Altarwand mit Kanzel.

Geschichte:
Schilde, ein Angerdorf, war im mittelalterlichen Besitz der Adelsfamilie von Graevenitz., deren Rittersitz 1433 erwähnt wurde. In einer Schrift aus dem Jahre 1438 beschwerten sich die Herzöge von Mecklenburg über die Raubzüge des Prignitzer Adels . Unter anderem werden "de Graevenitzen tom Schilde" genannt. Der Ort ist seit 1973 an die Gemeinde Weisen angegliedert.